backsteinhaus produktion

Tanztheater // Physical Theatre

›backsteinhaus produktion‹ realisiert Tanztheater und Tanzperformances. Grenzen auslotend, hintersinnig und oft mit einem Schuss Sarkasmus, gesellschaftskritisch und doch ohne moralischen Zeigefinger changieren die Stücke des Teams rund um die Choreografin Nicki Liszta zwischen feingliedrigem Tanz und brutaler Körperkunst.

Nicki Liszta folgt in ihrer Arbeit ihrer individuellen, wiedererkennbaren Handschrift. Im Fokus steht immer der Körper, durch ihn zeigt sie uns etwas von der Würde und Komplexität des Menschen und der Widersprüchlichkeit der Welten, in denen wir leben. In Beziehung zum aktuellen Zeitgeschehen und doch reduziert auf konkrete menschliche, körperliche und räumliche Gegebenheiten, lassen die Stücke voll von schwarzem Humor und Doppelbödigkeit einen ganz eigenen Kosmos entstehen – direkt, schräg und unverblümt.

›backsteinhaus produktion‹ ist sowohl in der Blackbox zu Hause wie bei der tänzerischen Erschließung theaterferner Räume. Ob Wohnblock inklusive Keller und Vorgärten oder konzentriertes Kammerspiel – Zuschauer und Stück kommen sich nicht nur räumlich ganz nah.

2016-2018 arbeitet ›backsteinhaus produktion‹ in Kooperation mit dem Theater Rampe und erhält Konzeptionsförderung des Landesverbandes FreierTheater e.V. Baden Württemberg aus Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst sowie für 2017-2019 Konzeptionsförderung der Stadt Stuttgart.

 

 

 

Presse

Tanz – Zeitschrift für Ballett, Tanz und Performance | backsteinhaus produktion | Tanztheater // Physical Theatre // Dance TheatreHoffnungsträger im Jahrbuch 2015 der ›Tanz‹

Im Jahrbuch 2015 der Tanz – Zeitschrift für Ballett, Tanz und Performance schreibt Angela Reinhardt unter anderem:

»Nicki Lisztas Tanz tut weh. Im ganz realen Sinne, ihre Tänzer und Darsteller werfen sich auf den Steinboden, knallen gegen Wände, hangeln über Glasscherben. In Stuttgart, wo die freie Szene trotz geduldigen Päppelns durch die Stadt regelmäßig neben Ballettkompanie und Gauthier Dance untergeht, setzt die Choreografin abseits der gewohnten Off-Locations einen echten Kontrapunkt. …

Ihre letzte Produktion spielte in einem entwohnten Mehrfamilienhaus im verrufensten Viertel der Stadt: Jede Wohnung, jeder Keller und selbst der abgewetzte Rasen bargen dunkle Geheimnisse, wie Voyeure jagte ›A Piece of Cake‹ seine Zuschauer zwei Stunden lang durch fragwürdige Einzimmerparadiese und private Wohnhöllen. Gemeinsam mit ihren Co-Regisseuren Christian Müller und/oder Isabelle von Gatterburg inszeniert Liszta das Entsetzen unter der glatten Oberfläche, sie ist Meisterin im allmählichen Enthüllen schlimmer Erinnerungen. Immer wieder ist das Kindheitstrauma ihr Thema, die Grausamkeit innerhalb der Familie. …

Das Grauen entsteht langsam, setzt sich aus Puzzleteilen nach und nach zusammen, aus sparsamen Texten, atmosphärischer Live-Musik und vorallem aus der wütenden Attacke, mit der sich ihre Tänzer auf Boden und an Wände werfen, aus der puren Wucht der Bewegung. Liszta nutzt das körperliche An-die-Grenzen-Gehen, die unmittelbare Vehemenz des Tanzes als eine unwiderlegbare Sprache. …

Meist kommt sie ihrem Publikum bedrohlich nahe, in ›Absent‹ verfolgte einen der beißende Geruch von rohem Fleisch, in ›A Piece of Cake‹ teilt man den Kamillentee mit einer Exorzistin und stolpert durch dunkle, kalte Vorgärten. Oft genug hat man nach diesen Stücken das Gefühl, gerade nochmals entkommen zu sein.«

 

Hoffnungsträger im Jahrbuch 2011 der ›Tanz‹

Im Jahrbuch 2011 der Tanz – Zeitschrift für Ballett, Tanz und Performance schreibt Andrea Kachelrieß unter anderem:

»Die Stuttgarter Tanzszene ist ein starres Gefüge. Sie tut sich schwer im Schatten des Stuttgarter Balletts, der mit Eric Gauthiers Kompanie ­inzwischen bis ins Theaterhaus reicht. Die Nischen und Namen der ­freien Szene sind vertraut. So wirkte das Auftauchen von Nicki Liszta wie in einem Western, wenn ein Fremder durch die Saloontür tritt und den Colt auf den Tresen legt. …
Gleich mit ›zwischen häuten‹ (2008), ihrem ersten großen Stück, gewann Nicki Liszta den ›Stuttgarter Theaterpreis‹ … . In der psychologischen Sensibilität erinnert das an Pina Bausch, die Heftigkeit ihrer Körpersprache hat Nicki Liszta, die Tanz an der Tilburger Kunsthochschule studierte, an Vorbildern wie Wim Vandekeybus geschult.«