2012 Freie Sicht

von Marius von Mayenburg
Eine Koproduktion mit dem Theater Aalen

 

Die Erwachsenen sind sich einig: Mit der Kleinen stimmt etwas nicht. Jemand muss mit ihr reden. Nicht alle zusammen. Das würde unvorhergesehene Konsequenzen nach sich ziehen. Aber sie ist doch nur ein Kind! Was soll man ihr sagen?

»Wir haben gesehen, was du auf dem Parkplatz gemacht hast. Was hast du mit dem Paket gemacht? Wer hat dir das Paket gegeben? Was war in dem Paket?«

Immer weiter schaukelt sich die Gruppe hoch, bis aus einer vagen Ahnung blanke Paranoia wird. Was das Kind da macht, ist kein Spiel. Und es muss etwas unternommen werden, bevor es zur Katastrophe kommt. Koste es, was es wolle.

»Es war wie eine Welle, die uns alle erfasst hat… uns alle zusammengeschweißt… ein einziger Organismus mit einem Atem.«

 

Premiere: 29. September 2012 // Theater Aalen – Altes Gaswerk

 

Schauspiel und Tanz: Parwanhe Frei, Isabelle v. Gatterburg, Natascha Heimes, Linda Meyer, Maria Thomas, Gonçalo Cruzinha, Lars Fabian, Hendrik Pape, Stephan Weigelin, Alexander Wilß

Musiker: Tobias Fend

Team:
Inszenierung: Katharina Kreuzhage & Nicki Liszta
Bühne & Kostüm: Ariane Scherpf

 

Presse:
»Kollektiver Verfolgungswahn ist das Thema von Marius von Mayenburgs Stück ›Freie Sicht‹. Katharina Kreuzhage und die Stuttgarter Choreographin Nicki Liszta haben es am neuen Spielort im Alten Gaswerk inszeniert. Fesselnd und beklemmend. … Dass die Darstellung solch massenergreifenden Irrsinns gut funktioniert, verdankt die Inszenierung vor allem auch dem homogen agierenden Schauspielensemble. … Als organische Einheit bewegen sich die sieben Schauspieler und die drei Tänzer durch den düsteren, nur punktuell ausgeleuchteten Kellerraum. Werfen sich in kurzen Sätzen ihr Misstrauen zu, ächzen und dröhnen befremdlich, kriechen und schleichen zwischen den grauen Stützpfosten, befeuert durch das Scheppern und Lärmen eines Schlagzeugs.« Dagmar Oltersdorf, Schwäbische Post, 1. Oktober 2012

»Immer mehr verstricken sich die Akteure in ihre Angstfantasien, verstärkt durch eine Panik schürende Umgebung. Doch statt sich der abstrusen Irrationalität zu stellen, sich emotional des Kindes anzunehmen, fabulieren sie sich in die Katastrophe. Katharina Kreuzhage verdichtet von Mayenburgs Botschaft zu einer beklemmenden, sprachlich auf das Wesentliche reduzierten Inszenierung, in der eindringlichste Bilder eine ebenso verstörende wie paradoxe Welt erschaffen.« Herbert Kullmann, Aalener Nachrichten, 1. Oktober 2012