Forever Medea

3ter Stock 2te Tür links

Ein Stück der Reihe ›Text und Tanz‹

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Fotos: Valentin Eisele

 

»Also im Grunde kann ich mich nicht beklagen, gar nicht, ich hab das Gefühl unser Alltag hier ist sehr strukturiert. Und ich muss ehrlich sagen, das denkt man ja immer nicht, aber mir gehts wirklich gut hier. Ich werde morgens immer geweckt und die Frau, die die Lebendkontrolle macht, ist unglaublich höflich, sie macht die Tür auf, ganz dezent nur einen Spalt breit, und dann ruft sie ›Guten Morgen‹. Da wacht man schon irgendwie mit einem guten Gefühl auf. Gemütlich gemacht hab ich mirs hier, denn ich werde für immer bleiben. Es klingt vielleicht komisch, aber ehrlich gesagt fühle ich mich stark und irgendwie unsterblich, wie eine Göttin. Mir ist klar geworden, wenn ich die Kinder nie geboren hätte, hätte ich sie nie erschlagen müssen.«

Inspiriert vom Mythos Medea zeigt dieses Stück von backsteinhaus produktion eine moderne Auseinandersetzung mit einer unvorstellbaren Tat. Nicki Liszta lotet in ihrem Solo die Grenzen von Verdrängung, Selbstbestimmung und Befreiung aus.

 

Premiere: 19. Juni 2014 // OST – Freie Szene im Depot, Stuttgart

 

 

Performance und Kreation: Nicki Liszta

Musiker: Heiko Giering

Künstlerische Leitung: Nicki Liszta, Christian Müller, Isabelle v. Gatterburg
Musikalische Leitung und Komposition: Heiko Giering
Bühne & Kostüm: Valentin Eisele
Produktionsleitung: Isabelle v. Gatterburg
Licht: Ingo Joos
Video: Dilini C. Keethapongalan, Christian Müller

Dauer des Stücks: ca. 55 Minuten

 

Presse:

»Langsam, mit unheimlicher Dynamik, setzt sich das Puzzle einer Psychose zusammen, Lisztas Co-Regisseure bei dieser dramaturgisch großartigen Steigerung waren Christian Müller und Isabelle von Gatterburg. Medeas Mann hat sie verlassen, sie hat die Kinder getötet und wie die Motten damals ›fliegen gelassen‹, aus dem Fenster. Aber selbst diese grausamen Details sind nicht die volle Wahrheit und werden von den furchtbaren Tatsachen übertroffen, die sich nach und nach in einem beängstigenden Strudel, in Dreck, Kinderschreien und Stimmen aus dem off enthüllen.« Angela Reinhardt, 21./22. Juni 2014, Esslinger Zeitung

»Beeindruckend die Fortschreibung der Idee …, wenn die Protagonistin in naivem Erzählton verharmlosend und verdrängend ihr Leben im Gefängnis beschreibt; ›Also im Grunde kann ich mich nicht beklagen, gar nicht, ich habe das Gefühl unser Alltag hier ist sehr strukturiert, mir geht’s wirklich gut hier‹.
Was der Intellekt vermag, verweigert der Körper. In qualvoller Langsamkeit – Heiko Giering hat dazu aufreizende Disharmonien komponiert – schleift und zieht sich diese Medea über den Boden, ist unfähig, sich zu erheben, jeder Versuch misslingt. In diesen kreatürlichen Momenten einer in sich gefangenen Seele zeigt Nicki Liszta überzeugend ihre künstlerischen Stärken … .« Brigitte Jähnigen, 21. Juni 2014, Stuttgarter Nachrichten

»Nicki Liszta versteht es, die große Bühne souverän zu nutzen. Begleitet von den minimalistischen Gitarrenklängen von Heiko Giering, beginnt ›Forever Medea‹ im Knast. Eingesperrt in einer am Boden markierten Zelle, robbt Nicki Liszta durch diesen beschränkten Lebensraum zwischen Feldbett und Kloschüssel, Tisch und Sessel – ein verzweifeltes sich Arrangieren mit dem Eingesperrtsein.« Adrienne Braun, 21. Juni 2014, Stuttgarter Zeitung

 

Mit ›Forever Medea‹ setzt backsteinhaus produktion / nicki liszta & co. die Reihe ›Text und Tanz‹ fort. Gefördert durch die Konzeptionsförderung der Stadt Stuttgart. Mit freundlicher Unterstüzung durch das Produktionszentrum Tanz und Performance Stuttgart und dem Teilchenbeschleuniger.

 

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