2019 Vesper

Eine Produktion für Kinder ab 4 Jahren des JES – Junges Ensemble Stuttgart in Kollaboration mit backsteinhaus produktion

 

Ein Knurren. Ein Brummen. Pause. Ein Grummeln, eine eindeutige Beschwerde der Leere, oder war es doch etwas anderes? Hat dein Bauch so geknurrt? ›Vesper‹ erkundet tänzerisch wie spielerisch die gemeinsame Pause und den Hunger als subjektives wie als globales Monstrum. Der Tisch ist gedeckt, zumindest bei uns.

›Vesper‹ ist eine Aufforderung zur besseren Verteilung, eine Frage an die nächste Generation, eine Geschichte über zwei Nimmersatte und ein Raum für einen oder mehrere Mägen zur Befüllung. Kleine wie Große ab 4 Jahren sind eingeladen mit den beiden Darsteller*innen Franziska Schmitz und Kelvin Burkhard dem Überfluss mächtig zu werden und dem Nahrungsdurchfluß in unserem Körper zu folgen. Bildreich und beinahe textlos suchen die beiden nach einer gerechten Verteilung untereinander und werden dabei von den jungen Zuschauer*innen begleitet und beim finalen gemeinsamen Vesper unterstützt. Es wird getanzt, geteilt, gespielt, gegessen, gerülpst und gefurzt bis die Polizei kommt, die Bühne krank wird und die große Frage im Raum stehen bleibt: Wie zur Hölle soll man das denn hinkriegen, wiedergutmachen, verändern?

 

Premiere: 9. März 2019 // 15:00 Uhr // JES – Junges Ensemble Stuttgart // Karten

Weitere Termine:
Nachmittags (15 Uhr): 10. März / 6. April / 25. Mai / 20. Juli
Vormittags (10 Uhr): 19., 20., 21., 22. März / 3., 4., 5. April / 22. & 23. (jeweils 9:30 Uhr), 24. Mai / 19. Juli

 

 

Darsteller*innen: Franziska Schmitz, Kelvin Kilonzo

Team:
Künstlerische Leitung: Nicki Liszta
Bühne & Kostüm: Nina Malotta
Komposition: Heiko Giering
Dramaturgie: Christian Schönfelder
Video: Christopher Bühler
Choreografische Assistenz: Isabelle von Gatterburg
Regieassistenz: Jule Kriesel
Theaterpädagogik: Silke Wilhelm

 

Presse

»Um dieses Verteilungsproblem auch den Kleinsten zu veranschaulichen, lässt Liszta zwei Nimmersatte (mitreißend: Franziska Schmitz und Kelvin Kilonzo) durch eine raffinierte Landschaft aus Organen tanzen, die um alles kämpfen, was durch die Speiseröhre in den Verdauungstrakt poltert. Vor wunderbar blubbernden Videobildern (Christopher Bühler) und zu den treibenden Elektrobeats des Komponisten Heiko Giering … stopfen sie sich nicht nur die ankommenden Bissen gierig in Hose und Shirt. … Die jungen Zuschauer und ihre Eltern waren zu Recht begeistert. Bilderstark und verständlich bringt Liszta die Sache mit dem Essen und Verteilen auf den Punkt – und kreiert dabei ein packendes Plädoyer für Gerechtigkeit und eine Agrarrevolution für die junge Generation.« Petra Mostbacher-Dix, Stuttgarter Zeitung, 12. März 2019

»Für Menschen ab vier Jahren wird vom Hunger in der Welt erzählt, in einfachen wie grandiosen Bildern. Die Choreografin Nicki Liszta, die erstmalig eine Produktion für Kinder erarbeitet hat, bleibt den Prinzipien ihrer Gruppe backsteinhaus produktion treu: Szenografie, Bewegungsmaterial und Aussagen werden zu politischen Grundfragen, die die Zukunft der Welt betreffen, schließlich zu einem Statement zusammengeführt.« Manfred Jahnke, Die Deutsche Bühne, 10. März 2019

»Das Werk zeigt, dass es nicht immer großen Aufwand, Kitsch oder Märchenhandlungen braucht, um Kinder zu fesseln. Allein mit ihrer Körpersprache auf einer zurückhaltend gestalteten Bühne schaffen es die zwei Tänzer ohne Worte eindrucksvoll zu vermitteln, worum es bei dem Kampf ums Essen geht. … Aber auch den Erwachsenen bietet das Tanztheater Nahrung für den Kopf – bis dahin, dass ihnen sprichwörtlich das Lachen im Hals stecken bleibt. Das Fazit: »Ich will lieber mit Dir teilen und die Welt ein bisschen heilen«, tröstet dann auch nur die kleinen Zuschauer. Für alle aber gibt es nach der Vorstellung etwas zu vespern.« Barbara Wollny, Südwestpresse, 16. März 2019