Haus der Antikörper

Eine Koproduktion mit dem Theater Rampe und dem Theater Lübeck

Haus der Antikörper | backsteinhaus produktion | Tanz // Theater // Dance
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Grafik: studiopanorama.de (Modification of »Human heart for Cycles« by daylanKifky – CC BY 3.0) // Foto: Alex Wunsch

 

Was, wenn ein Virus nicht nur der schwere Befall eines Organismus wäre? Wenn er die Gesellschaft nicht in den Kollaps, sondern aus ihm herausführte? Was, wenn dieser freundliche Besuch die Reanimation als Gastgeschenk mitbrächte und seine Ansteckung wie eine lang ersehnte Berührung wäre? Wenn das Virus süß schmeckte? Die Bewohner*innen des ›Haus der Antikörper‹ deuten die Pandemie um und mutieren dank Virus in resistente Antikörper. Sie lassen sich erleichtert ein, wenn es krankmachende Normen und Gewohnheiten zersetzt. Dieses Virus bringt dem Organismus weder Krankheit noch Tod, sondern – ganz im Gegenteil – Heilung. Diese Pandemie verhängt eine Quarantäne über die Gesellschaft, die vorangegangene Zeiten des Stillstands und der Isolation überwindet, und den Start in eine schöne neue Welt bedeutet.

Ein Double Feature aus zwei Filmen erzählt vom Einbruch des Virus in alle Räume und Organe des ›Haus der Antikörper‹.

In ›Cocooning /kəˈkuːnɪŋ/‹ (Tanzfilm) bringt das Virus sein süßes Gastgeschenk in den Keller, wo eine Niere bis dahin einsame Schwerarbeit leistet. Im Badezimmer ringt die erschöpfte Lunge gerade noch um Luft und im Wohnbereich hält sich ein Uterus stets empfangsbereit. Das Herz pocht überall und gibt den anschwellenden Rhythmus einer Wiederbelebung vor. Von Raum zu Raum und Organ zu Organ stößt das Virus Türen auf und Zirkulation an.

In ›Pandemie – Eine Wiedergängerin‹ (Theaterfilm) führt das Virus eine Ärztin und einen Patienten im weitläufigen Labyrinth der Bühnenräume des ›Haus der Antikörper‹ zusammen. In gemeinsamer Quarantäne geben sie sich allen Phasen der Untersuchung, Diagnose, Aufklärung, Behandlung und entsprechenden Wechselwirkungen hin. Aus gegenseitiger Ansteckung, Immunisierung, Gefährdung und Heilung erwächst das Modell einer eigensinnigen, widerständigen und stolzen Gemeinschaft.

Das ›Haus der Antikörper‹ war als Live-Performance auf fünf Simultanbühnen für ein zirkulierendes Publikum geplant. Durch den Einbruch eines Virus und den Ausbruch einer Pandemie konnte dieses Konzept nicht umgesetzt werden. Vielmehr war es für alle geboten zu Hause zu bleiben und so verständigten sich die Beteiligten online. Unter Einfluss der geltenden Hygienestandards probten Tänzer*innen, Schauspieler*innen und Musiker*innen in ihren Wohnungen in Stuttgart, Antwerpen, Richmond, Marseille, Berlin, Weinstadt, München und Hamburg sowie im Theater Rampe. Mit ihren Mobiltelefonen, teils mit Unterstützung ihrer jeweiligen häuslichen Gemeinschaften, drehten sie viele Szenen selbst. So entstand das virtuelle ›Haus der Antikörper‹.

 

Premiere: 6. Juni 2020 // 20:00-00:00 Uhr

Während der angegebenen Zeitfenster können beide Filme auf haus-der-antikoerper.de angeschaut werden.

Weitere Termine:
7. Juni // 18:00-00:00 Uhr
9.+10., 12., 16.+17., 19., 23.-27. Juni // 20:00-00:00 Uhr
28. Juni // 18:00-00:00 Uhr
30. Juni // 20:00-00:00 Uhr

1., 5., 7.-11. Juli // 20:00-00:00 Uhr
12. Juli // 18:00-00:00 Uhr
14.-18. Juli // 20:00-00:00 Uhr
19. Juli // 18:00-00:00 Uhr

 

Team // Pandemie – eine Wiedergängerin
Ein Theaterfilm von Marie Bues, Niko Eleftheriadis, Marie Ulbricht, Annatina Huwiler und Luise Heiderhoff
Text: Natascha Gangl
Regie: Marie Bues
Kamera und Schnitt: Niko Eleftheriadis
Musik: Siri Thiermann
Filmische Mitarbeit: Christopher Bühler
Regieassistenz: Luise Heiderhoff
Ausstattung: Annatina Huwiler
Dramaturgie: Martina Grohmann
Mit Niko Eleftheriadis und Marie Ulbricht
Mit herzlichem Dank an Matthias Kaschig, Matthias Zaijgier, und die Familien Kaschig und Ulbricht.

Team // Cocooning /kə’ku:nɪŋ/
Ein Film von backsteinhaus produktion
Team: Nicki Liszta, Heiko Giering, Isabelle von Gatterburg, Tobias Tönjes, Christopher Bühler, Annatina Huwiler, Chloé Beillevaire, Steven Chotard, David Ledger, Andreia Rodrigues, Ferdinand Roscher, Monika Roscher
Mit herzlichem Dank an das ursprüngliche Konzeptionsteam: Martina Grohmann (Dramaturgie Theater Rampe), Anja Sackarendt (Dramaturgie Theater Lübeck), Laura Dreyer (Ausstattungsassistenz) und die gesamte Technik des Theater Rampe.
Mit weiterem herzlichen Dank für Spontanunterstützung an Clara Paulau y Herrero für den Bau der Kokoons, Florence Carron, Jean-Marie Beillevaire, Barbara Hackenjos, Myron MCAdory, Famillie Ledger, Anne Reijniers, Griet Pauwels, Jochem Baelus und Miroslav Kochanek für Film- und Ausstattungs-unterstützung in den jeweiligen Ländern während des Lockdowns.

Webseite: studio panorama

 

Realisiert in Zusammenarbeit mit dem Theater Lübeck und dem Theater Rampe. Gefördert im Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes, durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg und der Stiftung der Landesbank Baden-Württemberg.

 

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